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Erregtheit gab mir die Ueberzeugung, daß das liebe Mädchen sichder Flöte ihres Bruders erinnerte. Von meinem sechszehnten Jahrean hatte ich dieses Instrument stets gespielt, während meines fünf-jährigen Aufenthalts in Europa aber sehr große Fortschritte in derMusik gemacht. Der Unterricht trefflicher Lehrer zu Neapel, Paris,
' Wien und London war nicht an mir verloren gegangen, und ich
hoffe, nicht für eitel gehalten zu werden, wenn ich beifüge, daßmeine natürliche Anlage die Fortschritte begünstigt hatte. Meinetreffliche Großmutter hörte in größter Aufmerksamkeit zu, und allevier Mädchen geriethen in- Entzücken.
„Diese Musik verdient wohl, in einem Zimmer gehört zu wer-den," bemerkte die Erstere, sobald ich mit meiner Arie zum Schlußgekommen war. „Wenn Ihr anders in unserer Nähe bleibt, sohoffen wir, Ihr werdet uns diesen Abend im Nesthause mit EuernLeistungen erfreuen. Inzwischen müssen wir unsere Spazierfahrtfortsetzen."
^ Während meine Großmutter so sprach, lehnte sie sich vorwärts
und bot mir mit einem wohlwollenden Lächeln ihre Hand hin. Ichtrat näher und nahm den Dollar, welchen sie mir bestimmt hatte,in Empfang; aber unfähig, meine Gefühle zu beherrschen, erhobich die Hand achtungsvoll zu meinen Lippen und küßte sie mitWärme. Hätte sich Martha's Gesicht in meiner Nähe befunden,so würde es ihm gleichfalls übel ergangen seyn. In dieser ehrer-bietigen Begrüßung konnte, sofern Ausländer auch ausländischeSitten mit sich bringen, nichts sonderlich Auffallendes liegen; ichbemerkte übrigens noch vor dem Abfahret des Wagens, daß dieWangen meiner Großmutter erglühten. Ihr wenigstens war dieGlut meines Handkusses nicht entgangen. Mein Onkel hatte sich
> abgewandt, wahrscheinlich um die Thränen zu verbergen, welche
ihm in die Augen getreten waren, und Jaaf folgte ihm nach derThüre der Hütte, um die Honneurs des Platzes zu machen. Sowar ich denn allein mit dem Indianer.