Achtes Kapitel.
Noch seh' ich dich!
DaS geist'ge Auge ruft hervor
Dich aus dem Staub im schönsten Flor;
Du bist bei mir in dunkler Nacht,
Bist nah' mir, wenn der Morgen lacht;Durch meine Träume strahlt dein Bild,Das um mich schlingt die Arme mild,
Und stets vernehm' ich den Gesang,
Der sonst so süß der Seele klang.
Noch seh' ich dich!
Spraguc.
Es war eben Zehn am andern Morgen, als Onkel Ro undich des alten Hauses bei dem Nest ansichtig wurde». Ich nenne esalt. denn eine Wohnung, über die schon über ein halbes Jahr-hundert hingegangen ist. kann in einem Lande, wie Amerika, wohlAnspruch auf die Bezeichnung „ehrwürdig" erheben. Für mich wares in Wahrheit alt. denn das Gebäude hatte an der Stelle, woich es damals sah. schon zweimal so lang, als ich mich im Da-seyn befand, gestanden und rief mir alle theuern Erinnerungen derJugend in's Gedächtniß zurück. Von Kindheit an war ich gewöhnt,diesen Platz als meine künftige Heimath zu betrachten, wie er dieHeimath meiner Eltern, meiner Großeltern und in einem gewissenSinne auch derjenigen gewesen war. welche in zwei Generationenvor ihnen ihren Staub mit jenem Boden vermengt hatten. DasNavenSnest. 11