Mary Warren. Für meinen Geschmack ist Marthy Littlepage sounangenehm, als sie nur seyn kann, und wenn die Antirentcn-Ge-schichte keinen bessern Widersacher hätte, als sie, so dürfte der end-liche Triumph nicht mehr lange ausbleiben."
„Darf ich fragen, welchen besondern Grund Ihr für Eure An-sicht habt, Miß Newcome?" fragte Mr. Warren, welcher die jungeDame während ihres ganzen Gesprächs mit einem Interesse inSAuge gefaßt hatte, das mir etwas übertrieben vorkam, wenn ichdabei den Charakter der Sprecherin und den Werth ihrer Bemer-kungen bedachte.
„Ich bin dieser Ansicht, weil sie die Ansicht von Jedermannist, Mr. Warren," lautete die Antwort. „Wenn sich Marthy Litt-lepage nicht für besser hielte, als andre Leute, warum benimmtsie sich nicht, wie andere? In ihrem Dünkel ist ihr nichts gutgenug."
Die arme kleine Patt, welche ein wahres Musterbild von na-türlicher Einfachheit war, wie Natur und Einfachheit sich unterdem Einfluß der Bildung und guten Erziehung kund geben, wurdehier beschuldigt, sie halte sich für besser, als diese ehrgeizige Dame,und zwar aus keinem andern Grunde, als weil die kleinen unter-scheidenden Eigenthümlichkeiten ihres Benehmens und ihrer Haltungtrotz mehrerer vergeblicher Anstrengungen von Opportnnity nichterreicht werden konnten. In dieser einfachen Thatsache liegt dasGeheimniß vieler tausend Verkehrtheiten und Laster, die gegenwär-tig wie brüllende Löwen Land auf und Land ab gehen, suchend, wensie verschlingen. Man forscht oft in der Gesetzgebung und Staatsein-richtung nach den Quellen augenfälliger Gebrechen, welche, wenn mauder Sache auf den Grund geht, ihren Ursprung in einigen der niedrig-sten Leidenschaften des menschlichen Lebens haben. Der Umstand übri-gens, daß in diesem Augenblick Seneka eintrat, gab dem Gesprächeine neue Wendung, obschon es der Hauptsache nach in gleichem