100
Nachdem ich mit meinem Affen ein paar Stunden umherge-zogen war, setzte ich ihn ab und trieb mich blos noch mit meinerMusik um; denn ich hätte lieber mit einer ganzen Armee von Anti-Renters, als mit diesem einzigen Affen fertig werden wollen. Ichfolgte daher, den Leierkasten umgehangen, meinem Onkel, der wiedereine Uhr verkaufte, noch ehe wir ei» Wirthshaus erreichten. Natür-lich maßten wir uns nicht an, nach der Congreßhalle oder nach demAdler zu gehen, weil wir Wohl wußten, daß wir nicht zugelassenwerden würden. Dieser Theil unserer Abenteuer fiel uns am be-schwerlichsten. Meiner Ansicht nach beging mein Onkel einen Miß-griff, denn er wagte sich in ein Wirthshaus zweiten Rangs, weiler meinte, die Verpflegung, wie man sie in Herbergen fände, diefür Leute unseres angeblichen Schlages paßten, dürfte gar zu rauhfür uns ausfallen. Ich glaubte übrigens, wir hätten uns in diegrobe Kost einer gemeinen Schenke weit besser finden können, alsin die schäbig geutile des Hauses, in welches wir uns verirrt hat-ten; denn im erster« Falle wären wir durch alles, und zwar ineiucr Weise, wie wir es erwarten mußten, daran erinnert worden,daß wir uns auf einem außergewöhnlichen Wege befanden, undtrotz aller Beschwernisse hätte uns der Wechsel Vergnügen bereitenkönnen. Ich erinnere mich, von einem jungen Manne gehört zuhaben, der, nachdem er seine früheren Jahre in angenehmen Ver-hältnissen verlebt hatte, zur See ging und seine Laufbahn alsMatrose vor dem Mast begann; dieser erklärte, die Rohheit seinerSchiffsgefährten zu gewöhnen — und doch findet sich bei einem wah-ren Matrosen, selbst bei dem rohesten keine Gemeinheit, — sey ihmschwerer geworden, als alles Ungemach, das er von den Stürmen,körperlichen Leiden, Mühen und Gefahren zu erdulden gehabt habe.Ich muß gestehen, daß es mir in meiner kurzen Erfahrung ebensoging. So lange ich mich als wandernder Musikant umher trieb,konnte ich mich in Alles besser finden, als in das rohe Benehmen,welches bei Tisch herrschte. Auf die Gewohnheit, mit silbernen