Welt so vielfach geschieht. Ich will mich mit sechsen begnügen,wenn Ihr mir guten Rath ertheilen wollt."
„Guten Rath? Da seyd Ihr an den rechten Mann gekom-men. Tretet ein wenig bei Seite, wo wir allein seyn können.Um was handelt sich's — um einen Civilprozeß oder um eineInjurie?"
„Nein, nein, von Gerichten brauche ich nichts, sondern nurguten Rath."
„Nun, eine Berathung führt in hundert Fällen wohl neun-undneunjigmal vor Gericht."
„Ja, ja!" antwortete der Hausirer lachend; „dieß mag wohlso seyn, aber ich brauche nichts dergleichen. Mir ist es einzigdarum zu thun, zu erfahren, wo ein Tscharman im Lande und inden großen Städten mit seinen Gütern etwas machen kann."
„Ah, ich begreife — sechs Dollars sagt Ihr; dies klingt Hoch-für eine Uhr von solchem Aussehen," er hatte sie unmittelbar zu-vor für Gold gehalten — „aber ich bin stets des armen MannesFreund und verachte die Aristokratie —" — was Seneka mit seinembittersten Haffe haßte, meinte er stets am meisten zu verachten,und unter Aristokratie verstand er blos Gentlemen und Ladies inder wahren Bedeutung dieser Ausdrücke. „Ja, ich bin stets be-reit, einem ehrlichen Bürger fortzuhelfen. Wenn Ihr Euch ent-schließen könntet, mir diese einzige Uhr umsonst abzutreten, soglaube ich, Euch einen Strich namhaft machen zu können, wo Ihrim Stande seyd, die übrigen neunzehn in acht Tagen los zu werden."
„Gut," rief mein Onkel hocherfreut; „nehmt sie, sie ist EuerEigenthum und Euch von Herzen gegönnt; nur zeigtunir die Stadt,wo ich die andern neunzehn verkaufen kann."
Wäre nun Onkel Ro ein ächter Sohn des Hausirhandels ge-wesen, so würde er jede von den neunzehn Uhren mit einem Ertra-Dollar belastet und durch seine dermalige Freigebigkeit eilf Dollarsgewonnen haben.