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26 (1847) Ravensnest, oder die Rothhäute : eine Erzählung
Entstehung
Seite
66
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Das Packetschiff hatte eine leidlich kurze Fahrt gehabt, da wirin neunundzwanzig Tagen von Land zu Land gelangten. An einemlieblichen Mai-Nachmittag wurden wir vom Deck aus zum ersten»mal der Höhen von Navcsink ansichtig, und eine Stunde später er-blickten wir die thnrmähnlichen Segel der Küstenfahrer, welche sichin der Nähe des niedrigen Landvorsprunges, der den bezeichnendenNamen Sandy - Hook führt, versammelt hatten. Bald nachhertauchten die Leuchtthürme aus denr Wasser anf, und allmälig tratendie Gegenstände an der New-Jcrsey-Küste aus dem neblichtcn Hin-tergründe hervor, bis wir endlich nahe genug standen, um zuerstvon dem Lothsen und dann von den Neuigkeitsbooten geentert zuwerden. Merkwürdiger Weise kam jener vor diesem an, denn dieSucht nach Neuigkeiten ist in unsrer guten Republik gewöhnlichviel zu rührig, als daß man auch mit der größten Wachsamkeitdiesem Uebel entgehen könnte. Mein Onkel musterte die Mannschaftdes Neuigkeitsboots aufs sorgfältigste, und da er niemand anBord bemerkte, den er schon früher gesehen hatte, so schloß er inBetreff der Ueberfahrt nach der Stadt den Handel ab.

Wir hatten den Fuß eben auf die Batterie gesetzt, als dieUhren New-Dork's 8 Uhr schlugen. Ein Zollbeamter untersuchteunsere Reisesäcke und ließ sie passiren; denn unsre übrigen Effektenbefanden sich noch auf dem Schiff und unter der Obhut des Ka-pitäns, welchen wir um diese Gefälligkeit angegangen hatten.Jeder von uns besaß ein Haus in der Stadt, aber wir wolltenunsern Wohnungen nicht nahe kommen. Die meinige hatte bloßden Zweck, Winters zum Gebrauch meiner Schwester und einerTante zu dienen, welche während der Saison sich des Mädchensfreundlich annahm, während das Haus meines Onkels hauptsächlichnur von seiner Mutter bewohnt wurde. Zu der gegenwärtigenJahreszeit waren aller Wahrscheinlichkeit nach nur ein paar alteDiener der Familie daselbst zu treffen, und es gehörte mit zu un-