Zweites Kapitel.
»Warum senkt, wie der überreife Halm,
Der unter Ceres' üpv'ger Last sich neiget.
Das Hauvt Ihr, Mylord?"
König Heinrich VI.
»Ich kam erst um zwei zu Bette, und es war halb zehn Uhr,als ich wieder aufstand. Gegen eilf erschien Jakob, um mir zumelden, daß sein Gebieter sich in der salle » inangvr befinde unddas Frühstück einzunehmen wünsche. Da sich mein Schlafgemachim onlrosol befand, so eilte ich die Treppe hinauf und saß drei Mi-nuten später ani Tisch meines Onkels. Schon bei meinem Eintretenwar mir der ungewöhnliche Ernst auf seinem Gesicht aufgefallen undich bemerkte jetzt, daß ein paar Briefe und einige amerikanische Zei-tungen neben ihm lagen. Sein „guten Morgen, Hugy," war sofreundlich und liebreich, wie gewöhnlich, aber der Ton seiner Stimmekam mir wehmüthig vor.
„Hoffentlich doch keine schlimmen Neuigkeiten von Hause, Sir?"rief ich in der ersten Aufregung meines Gefühls; „Marthas letz-ter Brief ist von ganz neuem Datum; sie schreibt voll Heiterkeit,und ich weiß gewiß, daß sich meine Großmutter noch vor sechs Wo-chen vollkommen wohl befand."
„Auch mir ist dies bekannt, Hugh, denn ich besitze ein Schrei-ben von ihrer eigenen theuern Hand. Für eine Frau von achtzigerfreut sich meine Mutter einer trefflichen Gesundheit, aber sie