Ankunft setzten wir uns unter eigenem Dache zum Mittagsmahlenieder. Der Miethmann meines Onkels war der Uebereinkunst ge-mäß einen Monat zuvor ausgezogen, und das Pförtners-Ehepaarhatte nicht nur für einen guten Koch gesorgt, sondern auch dieZimmer in Ordnung gebracht und Alles zu unserem Empfang be-reit gehalten.
„Das muß wahr seyn, Hugh," sagte mein Onkel, „man kannin Paris recht gemächlich leben, wenn man das ssvoir vivre besitzt.Gleichwohl hege ich eine große Sehnsucht, einmal wieder die heimi-sche Luft zu athmen. Mag man über pariser Vergnügungen, pariserKochkunst und dergleichen sagen, was man will, die Heimath bleibtdoch Heimath, gleichviel, wie arm sie auch sey. Ein (linde suxtrulles ist zwar ein Kapitaleffen, aber den Truthahn mit Preißel-beerensauce muß man auch nicht verachten. Bisweilen gelüstetsmich sogar nach einer Kürbispastete, obschon sich kein Kernchen von,Plymouthfelscn im Granit meines Körpers befindet."
„Ich habe Euch immer gesagt, Sir, Amerika sey, was Essenund Trinken betrifft, ein treffliches Land, wie viel ihm auch in an-dern Stücken der Civilisation abgehen mag."
„Ja wohl, was Essen und Trinken betrifft, Hugh, wenn nurerstlich das Fett nicht wäre und zweitens sich ein gediegener Kochauffinden ließe. Zwischen der Kochkunst Neu-Englands z. B. undder der mittlern Staaten, die holländischen ausgenommen, findet einebenso großer Unterschied statt, wie zwischen der von England undDeutschland. In den mittlern und auch noch in den südlichernStaaten, obgleich es in den letztem schon ein wenig nach West-Indien schmeckt, hat man englische Küche im wahren Sinn, d. h.die kräftigen, würzigen, nahrhaften Gerüchte englischer Hausmanns-kost, das ungare Roastbeef, die schnell fertigen Beefsteaks, die saf-tigen Coteletten, die Schöpsenbrühe, die Hammelsschlegcl et id oiunsgenus. Auch Manches Eigene besitzen wir in trefflicher Eigenschaft— so z. B. die Cannavaßenten, die Riedvögel, die Schafsköpfe,