Eva drückte John EffinghamS Arm fester an sich und blicktemit ehrfurchtsvoller Bewunderung auf das herrliche Schauspiel.
„Dies ist das Grab des Seemanns!" flüsterte sie.
„Ja, und zwar eine würdige Ruhestatt für einen so tapferenBurschen. Der Mann starb aus seinem Posten, und PowiS sagtmir, seine Hand habe sich nur mit Mühe vom Steuer loSmachenlassen."
Sie verstummten, denn Kapitän Truck nahm jetzt den Hut ab— ein Beispiel, dem alle Anwesenden folgten — setzte seine Brilleauf und öffnete das heilige Buch. Der alte Seemann nahm esmit der Auswahl dessen, was er vorlesen wollte, durchaus nichtgenau und ersah sich gewöhnlich eine Stelle aus, von der erglaubte, daß sie auch seine Zuhörer besonders interesstren müsse,weil sie ihn vorzugsweise ansprach. Für ihn war die Bibel immerBibel, und er schlug jetzt das Kapitel in der Apostelgeschichte auf,in welchem die Neberfahrt des heiligen Paulus von Judäa nachRom berichtet wird. Er las sicher, aber mit etwas gezierter Be-tonung vor und legte namentlich auf diejenigen Verse einen beson-deren Nachdruck, welche sich auf die Schifffahrt bezogen.
Paul bewahrte während dieses interessanten BortragS voll-kommen seine Selbstbeherrschung, obschon unwtllkührlich ein Lächelnum Mr. Sharps schön geformten Mund zuckte. John EffinghamSausdrucksvolles Gesicht blieb gesetzt und ruhig, während die Frauen-zimmer zu sehr vom Eindrücke des Augenblicks ergriffen waren,um auch nur einer Spur von Lächeln Raum zu geben. WaS da-gegen die Matrosen betraf, so hörten sie in tiefer Aufmerksamkeitzu und welchselten nur hin und wieder Blicke mit einander, wennihnen etwa eine nautische Maßregel auffallend vorkam.
Sobald dieses erbauliche Kapitel zu Ende war, begann Mr.Esstngham den feierlichen BeerdigungS-RituS vorzulcsen. Bei demersten Ton seiner Stimme trat eine Windstille ein, als sey derGeist Gottes aus den Wolken niedergestiegen, und ein ehrfurchts-