Druckschrift 
21 (1845) Die Heimkehr, oder die Verfolgung : ein See-Roman
Entstehung
Seite
443
Einzelbild herunterladen
 

443

fortan damit, daß er den Gesprächen derjenigen zuhörte, welche sichauf dem Dach befanden. Da Paul sich nicht auf weitere Erklä-rungen einlaffen wollte, so wurde die Unterhaltung wieder ausge-nommen, als ob er nichts gesagt hätte. Sie sprachen von ihremEntkommen, ihren Hoffnungen und dem vermeintlichen Schicksalihrer Reisegefährten Gegenstände, welche wohl geeignet waren,Alle mit einem Ernst zu erfüllen, der mit der schwermüthige», abernicht »»malerischen Landschaft im Einklänge stand. Endlich kamder Abend heran, und da die Nacht finster und feucht zu werdendrohte, so trafen die Damen frühzeitig ihre Vorbereitungen, umsich nach ihrem Gemache zurückzuziehen. Die Gentlemen bliebenviel länger auf dem Sande, und erst um zehn Uhr befanden PaulPowis und Mr. Sharp, welche die Wache übernommen hatten,sich allein im Freien.

Dies war ungefähr eine Stunde später, als der Zeitpunkt, inwelchem, wie wir früher gezeigt haben, Kapitän Truck sich in derLausche des Dänen zum Schlafen niederlegte. Das Wetter hattein dem kurzen Zwischenräume einen merklichen Wechsel erlitten, undcS waren Anzeichen vorhanden, die unfern jungen Seemann nocheine bedeutendere Veränderung besorgen ließen. Die Nacht wartief und eigentlich pechsinstcr, so daß sich nicht länger die Küsteunterscheiden ließ, und die beiden Gentlemen konnten die Lage der-selben nur noch an den verglimmenden Wachfeuern im Bcduincn-lager und an der Richtung des Windes erkennen.

Wir wollen jetzt einen Versuch machen," sagte Paul, in sei-nem kurzen Spaziergang auf dem Sande innehaltend und nach demdüsteren Gewölbe des Himmels aufblickend.Mitternacht ist naheund gegen zwei Uhr werden wir Hochfluth haben. Freilich ist'Seine dunkle Nacht, um sich in einer so gebrechlichen Barke durchdie schmalen Kanäle in'S Meer hinauSzuschlagcn, aber es bleibt unskeine andere Wahl."

Wäre eS nicht besser, das Wasser noch höher steigen zu lassen?