leicht dazu dienen konnte, einen günstigen Eindruck auf die Räuberzu machen.
„Es ist also unmöglich," sagte Eva, als sie in Pauls Blickenden Inhalt seiner Gedanken las. Dann sank sie vor Mr. Esfing-ham auf ihre Knie nieder und fuhr fort: „wohlan denn, so wollenwir unser Vertrauen ausschließlich auf Gott setzen! Wir habennur noch wenige Minuten für uns — laßt sie uns nicht in ver-geblichen Klage» verschwenden. Vater, küßt mich und gebt mirnoch einmal jenen theuren heiligen Segen, mit welchem Ihr michin jenen Tagen dem Schlaf zu überantworten pflegtet, als wir kaumVom Unglück träumten, geschweige denn es in so schrecklicher Nähe sahen."
„Gott segne Dich — Gott segne Dich, mein Herz, meine ge-liebte, theure Eva!" sprach der Vater feierlich, aber mit bebenderLippe. „Möge das hehre Wesen, dessen Wege zwar unerforschlich,aber doch voll Weisheit und Erbarmen sind. Dich in dieser Prüfungaufrecht erhalten und Dich wenigstens makellos an Leib und Seelein seine Friedenswohnungen einsühren. Gott hat mir Deine frommeMutter früh entrissen und ich lebte der vermessenen Hoffnung, Duseiest mir gelassen worden zum Tröste meines Alters. Der Herrsegne Dich, meine Eva — ich werde ohne Unterlaß zu ihm beten,daß Du heimgehen mögest so rein und seiner Liebe so würdig, wiedie, der Du das Daseyn verdankst."
John Effingham stöhnte, denn die gewaltsame Anstrengung,die es ihn kostete, seine Gefühle zu unterdrücken, war außer Stande,diesen Erguß seiner Seele zu hindern, obschon er sich nur in tiefen,erstickten Lauten Luft machte.
„Vater, laßt uns gemeinschaftlich beten. Anna, meine guteAnna — Du, die Du mich zuerst die Gebete des Danks und derBitte lehrtest — knie hier an meine Seite — und auch Ihr, Ma-demoiselle; denn obgleich dem Glaubensbekenntnisse nach verschieden,haben wir doch nur einen Golt! Vetter John, ich weiß, Ihrbetet oft, obschon Ihr es nicht liebt, die Erregungen Eures Innern