398
könnten. Jndeß fühlten doch beide die Neberzeugung, daß der ge-ringe Aufschub, welcher in dieser Weise erzielt werden konnte, zu-letzt völlig nutzlos seyn mußte, wenn Kapitän Truck und seine Leutewirklich in die Hände des gemeinschaftlichen Feindes gerathen wa-ren. So ergingen sie sich noch immer bald in tiefem Kleinmuth,bald wieder gehoben durch neu erwachte Hoffnungen, als Saundersim Aufträge des Mr. Efsingham sie ersuchte, nach der Kajütehinunterzukommen.
Die beiden jungen Männer säumten keinen Augenblick, diesemWunsche zu entsprechen, und fanden daselbst die ganze Familie intiefster Betrübniß, wie es unter den obwaltenden Umständen auchganz natürlich war. Mr. Efsingham saß auf einem Stuhle, undEva's Kopf ruhte auf seinem Knie; denn sie hatte sich an seinerSeite auf den Teppich niedergeworfen. Mademoiselle Viefville gingin der Kajüte hin und her, wobei sie hin und wieder Halt machte,um ihrem jungen Pflegling einige Trostworte zuzustüstern; dannaber kehrte ihr Geist wieder zu den Gefahren ihrer gemeinsamenLage zurück und zwar mit einer Tiefe des Gefühls, welche denEindruck ihrer Tröstungen wieder vollständig aufhob, da sie dieAngst ihrer Seele nicht verbergen konnte. Anna Sidley knieteneben ihrer jungen Gebieterin, das cincmal in stumme glühendeGebete sich ergießend, dann aber das ihr so theure Mädchen wie-der mit ihren Armen umschlingend, als wolle sie dasselbe schützengegen die rohe Gewaltthätigkeit der Barbaren. Die komme Sodiambre schluchzte in einem Staatsgemach, während John Efsing-ham mit verschlungenen Armen an einer Scheidewand lehnte undin seinen Zügen eher den Ausdruck finsterer Ergebung, als den derVerzweiflung blicke» ließ. Die ganze Gesellschaft war jetzt bei-sammen, mit der einzigen Ausnahme des Stewards, der sich denganzen Morgen über in nicht eben stummem Jammer ergangenhatte, jetzt aber auf dem Decke stand, um die Bewegungen derBeduinen zu beobachten.