374
hoffen können, das Schiff von der Küste abzuhalten. Die Beduinenhaben keine Boote, und wenn es auch der Fall wäre, würden siees doch nicht wagen, damit ein stotteS Schiff anzugrcifen, wenn sienicht wüßten, wie wahrhaft hülflvS wir in diesem Augenblicke sind."
„Dies ist ein frostiger Trost; aber ich werde auf eure guteObhut bauen, Gentlemen. Mademoiselle, ich glaube, eS ist nahezu Mitternacht."
Eva und ihre Begleiterin wünschten sodann höflich den beidenjungen Männern gute Nacht und zogen sich nach ihren StaatSge-nrächern zurück. Mr. Sharp dagegen blieb noch eine Stunde längerbei Mr. Blunt, welcher cS auf sich genommen hatte, die erstenpaar Stunden zu wachen, um sich mit ihm in heiterem fröhlichemGespräche zu ergehen; denn obgleich die beiden jungen Männer,.inihrem Innern sich wohl bewußt waren, daß sie sich zu gleicher Zeitum Eva'S Gunst bewarben, fand doch zwischen ihnen eine edle undmännliche Nebenbuhlerschaft statt, die keinen hinderte, dem Anderenvolle Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Sic sprachen von ihrenReisen, ihren Ansichten über die Gebräuche der verschiedenen Völker,ihren Erlebnissen in fremden Ländern und dem Vergnügen, das siegefunden, als sie Orte besuchten, welche durch ihre Erinnerungenan die Geschichte des AlterthumS oder durch Kunstschätze berühmtwaren; aber keiner wagte eS, auch nur ein Wort über das jungeWesen verlauten zu lassen, das sich eben zur Ruhe begeben hatteund das beide noch immer vor dem Auge des Geistes stehen sahen,nachdem die leichte anmuthige Gestalt längst verschwunden war.Endlich ging auch Mr. Sharp nach seinem Gemache hinunter, weilsein Gefährte darauf bestand, jetzt allein zu bleiben, wenn der An-dere nicht haben wolle, daß er selbst auch noch die zweite Wachemitmache. Von dieser Zeit an ließ sich mehrere Stunden langkein anderes Geräusch im Schiffe vernehmen, als der Tritt deseinsamen Wächters. Um die anbcraumte Zeit fand die Ablösungstatt, und derjenige, welcher bisher auf dem Posten gestanden hatte,