unh auch die schärfste Untersuchung ließ keine Spur von einemmenschlichen Wesen entdecken. Nachdem er etwa eine Viertelstundeauf der Spiere gelegen und diese ganze Zeit über keinen anderenTon gehört hatte, als das Seufzen des NachtwindcS und dasdumpfe, stätige Plätschern der Brandung, stieg er wieder aus dasDeck hinunter, wo sein Mate in angelegentlichster Spannung er-wartete, welchen Bericht der Kapitän zu ertheilen haben werde.Letzterer wußte die Bedeutung dessen, was er entdeckt hatte, voll-kommen zu würdigen; da er aber ein besonnener Mann war, somochte er die Gefahr nicht aus eigenem Antriebe noch vergrößern.
„Die Mauren sind an der Küste drunten," sagte er in ge-dämpftem Tone; „aber ich glaube nicht, daß ihrer mehr als zweioder höchstens drei seyn können — wahrscheinlich Spione oderKundschafter. Wären wir im Stande, uns ihrer zu bemächtigen,so könnten wir ihren Kameraden einige Stunden Vorsprung abge-winnen, und mehr brauchen wir nicht. Das Salz und die übrigeObcrlast deS alten Dänen soll ihnen dann von Herzen gegönntseyn. Leach, seyd Ihr der Mann dazu, um mir in dieser Angele-genheit beizustehen?"
„Habe ich Euch je im Stich gelassen, Kapitän Truck, daßIhr diese Frage stellt?"
„Nein, nein, mein wackerer Bursche. Gebt mir Eure ehr-liche Hand und laßt diesen Druck da ein Angelöbniß sehn auf Lebenund Tod."
Der Mate erwiederte den ehernen Druck seines Befehlshabersund Jeder wußte jetzt, daß er eine Zusicherung erhalten hatte, aufdie er sich verlassen konnte.
„Soll ich die Leute wecken, Sic?" fragte Mr. Leach.
„Bei Leibe nicht. Jede Stunde, welche die Matrosen jetztdem Schlafe weihen können, ist so viel werth, wie ein unterer Mast.Diese noch stehenden Stangen müssen unser Grundge'üst abgeben,und auch nur eine derselben ist uns eben jetzt von größerer Wich-