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Eva lachte wie ein Kind: der Gegensatz, zwischen der holdenEinfachheit ihrer Blicke, ihrer Gebärdung und ihres ausgebildetenVerstandes zu dem matronenhaften Aussehen der weniger unterrich-teten Anna bot eines jener Gemälde, in welchen die Neberlegenheitdes Geistes über alle andere Dinge besonders augenfällig wird.
„Eure Begriffe von Sicherheit, meine theure Nanny," sagtesie, „stimmen nicht sonderlich mit denen der Seeleute zusammen;denn ich glaube, sie würden eben jetzt nichts mehr fürchten, alsFelsen und den Boden."
„Ich fürchte, daß ich für'S Wasser verdorben bin, Ma'am, dennmeinem Urtheile nach könnten wir in einem solchen Sturme keinengrößeren Trost haben, als wenn wir lauter dergleichen feste Dingeum uns hätten. Glaubt Ihr, Miß Eva, der Boden des Meeres,wenn es wirklich einen Boden hat, sey weiß von den Gebeinen derschiffbrüchigen Matrosen, wie die Leute sagen?"
„Ich zweifle nicht, meine.gute Nanny, daß die ungeheureTiefe viele schauerliche Geheimnisse birgt; aber Ihr solltet wenigeran dergleichen Dinge und mehr an die allbarmherzige Vorsehungdenken, die uns auf unfern Wanderfahrten in so vielen Gefahrenbeschützt hat. Ihr habt früher schon in größeren Nöthen geschwebt,und seyd doch unbeschädigt davon gekommen."
„Ich, Miß Eva? — Glaubt Ihr, ich habe um meinetwillenFurcht? Was liegt daran, wenn eine arme alte Weibsperson wieich, ein paar Jahre früher oder später stirbt, oder wo ihr gebrech-licher Leib ein Unterkommen findet! Ich bin in meinem ganzenLeben keine so wichtige Person gewesen, daß viel darauf ankäme,wo das Bischen, was von mir zum Vermodern übrig bleibt, nachmeinem Tode in Staub zerfällt. Ich bitte Euch, Miß Effingham,haltet mich ja nicht für so selbstsüchtig, daß ich heute Nacht ummeinetwillen Unruhe fühlen könnte."
„So gilt also diese Angst, wie gewöhnlich, immer nur mir,meine liebe, wackere alte Wärterin? Dann beruhigt Euch immer-