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in einen unruhigen Halbschlaf, in welchem das Gebrülle deS Sturmsnie ganz für ihren Gehörsinn verloren ging. Um Mitternacht trafder Strahl eines Kerzenlichtes ihre Augen, und sie war im Nuhell wach.
Als sie sich in ihrem Bette aufrichtete, fand sie, daß NannySidley, welche ihren kindlichen Schlummer so oft und so langebewacht hatte, an ihrer Seite stand und ihr ängstlich in'S Ge-sicht sah.
„Dies ist eine schreckliche Nacht, Miß Eva," begann die ge-ängstigte Dienerin in halbem Flüstern. „Ich konnte nicht schlafen,weil ich stets an Euch und an das denken mußte, was auf diesemweiten Gewässer noch vorfallen mag."
„Und warum besonders an mich, meine gute Nanny?" ent-gegnete Eva, ihrer alten Wärterin so süß zulächclnd, wie ein Kindin Augenblicken der Innigkeit und des Erinnern-. „Warum so vielan mich, meine treffliche Anna? Gibt es nicht noch Andere, dieEurer Sorge gleichfalls würdig sind? Da ist mein theurer Bater— Ihr selbst — Mademoiselle Viefville — Vetter Jack — und—" das warme Roth vertiefte sich auf der Wange des schönenMädchens, obschon sie selbst kaum wußte, warum — „ja und esgibt noch viele Andere im Schiff, an die hoffentlich ei» so gutesGeschöpf denken kann, wenn seine Gedanken zu Besorgnissen undseine Wünsche zu Gebeten werden."
„Ohne Frage sind viele kostbare Seelen in dem Schiff, Ma'am,und ich bin überzeugt, daß Niemand mehr als ich wünscht, siealle wieder wohlbehalten am Lande zu sehen; aber es scheint mir,daß Niemand von Allen so viel geliebt wird, wie Ihr."
Eva lehnte sich spielend vorwärts, zog die alte Dienerin ansich und küßte ihre Wange. Die Augen des Mädchens glänzten,als sic das eigene glühende Antlitz an dieselbe Brust legte, die ihrfrüher so oft als Pfühl gedient hatte. Sie blieb eine Minute in