98
Mr. Sharp Wohl, daß sic Ernst machte. Er zögerte einen Augen-blick, zweifelnd, ob die Handlung auch schicklich sey, fügte sich dannihrem deutlich ausgesprochenen Verlangen und schleuderte nachläßigzu der treuen alten Dienerin hinüber. Zuerst suchte er sich mit gleich-gültigen Dingen Bahn zu brechen, bis er weiter gehen zu könnenglaubte, und nun bemerkte er lächelnd, er glaube sie schon in Italiengesehen zu haben. Es folgte darauf eine ruhige Bejahung, undals er hinzufügtc, daß er ihre Bekanntschaft unter einem anderenNamen gemacht habe, lächelte Nanny und deutete nur durch einenraschen Ausblick ihres Auges an, daß sie sich dessen erinnere.
„Ihr wißt, daß Reisende hin und wieder andere Namen an-nehmen, um der Neugierde auszuweichen/' fuhr er fort. „Ich hoffe,Ihr werdet mich nicht verrathen."
„Seyd ohne Sorge, Sir; ich befasse mich mit nicht viel, wasaußer den Bereich meiner Obliegenheiten gehört, und so lange MißEva zu glauben scheint, daß nichts Arges darin liege, erdreisteich mich nicht, zu sagen, daß sich'S dabei um etwas Anderes, alsum die Laune eines Gentlemans handle."
„Dies ist dasselbe Wort, welches ich sie darauf anwendenhörte. Ihr habt den Ausdruck von Miß Esfingham aufgefangen."
„Und wenn auch, Sir, so rührt er von einer Person her,die Niemand UebleS wünscht."
„Ich glaube, wenn man der Sache auf den Grund geht, binich nicht der Einzige an Bord, der unter einem falschen Namen reist."
Nanny blickte zuerst auf das Deck, dann in das Gesicht desFragers und ließ endlich ihr Auge gegen Mr. Blunt hingleiien,schlug eS aber augenblicklich wieder nieder, als habe sie sich eineUnbesonnenheit zu Schulden kommen lassen, und sah zuletzt nachden Segeln hinauf. Ihre Verlegenheit bemerkend und ihre Rück-sichtssülle achtend, zugleich aber beschämt über den unternom-menen Schritt, sagte ihr Mr. Sharp einige Höflichkeiten, wie siefür ihre Stellung paßten, schleuderte, um Argwohn zu vermeiden»