Druckschrift 
21 (1845) Die Heimkehr, oder die Verfolgung : ein See-Roman
Entstehung
Seite
82
Einzelbild herunterladen
 

82

Ich muß Euch gleichfalls im Ernst die Frage entgegeuhalten,Mr. Sharp, ob Ihr meint mit Gewalt oder auf dem Wegevernünftiger Vorstellung?"

Natürlich auf dem letzteren?"

So habt Ihr wühl meiner Ansicht nach die schwache Seiteder englischen NechtSbegründung aufgegriffen. Die Natur deS Dien-stes, welchen der Unterthan oder der Bürger, wie es jetzt in Pariszu sagen Mode ist, Mademoiselle,"

Vant xismurmelte die Gouvernante.

Seiner Regierung schuldig ist," fuhr der junge Mann fort,indem er bei dieser Unterbrechung einen Blick nach Eva Hingleitenließ,ist bloS ein Punkt der innern Verwaltung. England übtein schrankenloses Zwangsrecht oder, was so ziemlich dasselbe ist,es nöthigt einen Thcil seiner Unterthanen zu Dienstleistungen, ohnedaß irgend ein gleichförmiger Schutz stattfände. In Frankreich be-ruht der Zwangsdienst auf einem Grundsätze, der für Alle gleicheGeltung hat, während in Amerika, soweit die Matrosen in Fragekommen, nur freiwillige Dienste geleistet werden."

Mit Eurer Erlaubniß würden die amerikanischen Staats,gcsetze überhaupt das Pressen gestatten?"

Jedenfalls kein gewaltsames Pressen, möchte ich glauben, ob-schon ich nicht einsehe, warum nicht gesetzliche Bestimmungen solltenerlassen werden können, um die Kriegsschiffe eben so gut zu re-krutiren, wie die Armeen. Doch dies ist ein Punkt, den Männervon Fach, wenn deren an Bord sind, besser werden beantwortenkönnen, als ich."

Die Gewandtheit, mit welcher Ihr heute diese Gegenstände be-handelt habt, ließ mich hoffen, in Euch einen Mann von Fach gesunrden zu haben; denn für einen Reisenden ist eS immer wünschenSwerth,mit einiger Vorbereitung ein neues Land zu betreten, und einSchiff dürfte wohl eben so viel Verlockung bieten, zu lehren, alszu lernen."