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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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SchwerdteS griff.Es ist nur ein Hund! Irgend ein Bube hatihn vom Riemen losgemacht, und er wittert die Fußstapfen seinesHerrn, der den heiligen Einsiedler, welcher vor einiger Zeit hieroben wohnte, zu besuchen pflegte"

Bst!" unterbrach ihn Lottchen, mit unstätem Blicke aus demGedränge der Frauen hastig auf ihn zutretend,Gott ist im Be-griffe, um irgend eines großen Zweckes willen seine Macht kundzu geben! Ich kenne ich kenne diese Fußspur"

Sie wurde in einer höchst unheimlichen Weise unterbrochen;denn während sie noch sprach, stürzten die Jagdhunde in der raschentollen Weise, welche diesen Thieren eigcnthümlich ist, aus demHaine und umkreisten die Gestalt des betäubten schwindelnden Weibes.Im nächsten Augenblicke wich wankendes Mauergestcin unter demgewaltigen Sprunge eines menschlichen FußeS und Lottchen lagbewußtlos an der Brust ihres Sohnes.

Wir ziehen einen Schleier vor den plötzlichen Schrecken, dieallgemeine Ueberraschung, die Thränen, das Entzücken und die ge-regeltere Freude der nächsten Stunde.

Nach Ablauf dieser Zeit hatte sich die Scene ganz und gargeändert. Der Gesang war zu Ende, die Ordnung der Processionvergessen und eine brennende Neugierde an die Stelle aller aber-gläubischen Befürchtungen getreten. Emichs Machtgebot hattejedoch die Menge nach der Haide des Teufelssteins zurückgewiesen,wo sie sich für den Augenblick mit Vermuthungen und mit Sagenüber ähnliche schnelle Umwandlungen vom Geist zum Fleisch be-gnügen mußten, die in der ereignißvollen Geschichte des Rheingausfiattgefunden haben sollten.

Die Hauptgruppe der handelnden Personen hatte sich ein wenigunter den Schutz der Cedern zurückgezogen, wo sie durch die Mauernund Bäume gegen die Blicke der Neugierde geschützt waren. Derjunge Berchlhold saß auf zerfallenem Gestein und hielt seine Mutter,die noch immer ihren Sinnen nicht glauben wollte, in den Armen