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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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blicklich wieder nieder und bedeutete durch ein Zeichen seinen Be-gleitern, ihre Plätze beizubehalten. Die Männer gehorchten, ob-schon sie von dieser Stellung sehr ermüdet waren, während dieFrauen ihrerseits sich noch nicht gerührt hatten.

Die Benedictiner von Einsiedeln traten in derselben Ordnung,welche wir bereits bei Gelegenheit der Limburger Processionen be-schrieben haben, in die Kirche. Die jüngeren Mönche gingen voran,und die Würdenträger kamen zuletzt. In jener Periode war der Abtgemeiniglich aus einem alladeligen, zuweilen sogar aus fürstlichemHause; denn in Aufrechthaltung ihres Einflusses hat die Kirche seltenversäumt, den Ansichten und Vorurtheilen, die allgemein unter denMenschen bestehen, Rechnung zu tragen. In jedem Falle aberbesaß der Abt, welcher in diesem weit berühmten Kloster obenanstand, krast seines Amtes die letzterwähnte weltliche Auszeichnung,indem er am Tage seiner Einweihung infulirter Abt ward und unterdie ReichSfürstcn eintrat.

Während die lange Reihe von Mönchen langsam vorwärts kamund sich dem Heiligthnm näherte, ließ sich von der Emporkirche herGesang vernehmen, und die tiefen Orgeltöne begleiteten die Wortein leisen Accordc». Sogar Albrecht und der Abbe fühlten sich er-griffen, während Emich im eigentlichsten Sinne zitterte, gleich einemManne, der sich, ohne c« zu wissen, den Händen seiner Feindeüberantwortet hat.

Die Vorderglieder der Procession bogen jetzt um die kleineKapelle und kamen mit abgemessenen Schritten vor den Wallfahrernvorbei. Der Prior und die Frauen beteten nur um so brünstiger,während dagegen der Graf und der Bürgermeister ihre unstetenBlicke nicht von den Bewegungen des Zuges abznwenden ver-mochten. Dietrich, der in seinen Obliegenheiten nur schlecht unter-richtet war, stand sogar auf und machte der vorüberziehenden Brü-derschaft ohne Unterlaß ehrerbietige Verbeugungen. Als die Pro-cesston sich ihrem Ende näherte, suchte Emich die Blicke des AbteS