346
und solche, deren Betrachtungsweise so sehr geistiger Natur ist, daßsie das Ganze wie eine metaphysische Theorie behandeln, derenHauptwescnhcit sie in dem logischen Einklänge suchen. Was unsbetrifft, so halten wir sie für eine Gabe Gottes an diejenigen sei-ner Geschöpfe, die aus einem bedenklichen Gemisch von Materie undGeist besteht — für eine Gabe, die, soweit sie mit unserer Prü-fungSzeit auf Erden in Verbindung steht, nie als ganz geschiedenvon einem oder dem anderen der großen Attribute unseres Wesensgedacht werden kann. Es ist augenscheinlich, daß der ehrlicheSchmied die Sache nicht von diesem Standpunkte ausfaßte, undhätte man durchweg eine Sichtung vornehmen wollen, so würdesich wahrscheinlich herausgestellt haben, daß dieser Sprecher zuDürkheim in vollem Maaße die Bolkspartei vertrat.
„Du kömmst, Vater, wie die Taube nach der Arche, als Ueber-bringer des OelzweigeS," nahm Heinrich wieder auf, „obschon inunseren nördlichen Gegenden das Eichenlaub ein passenderes Sinn-bild seyn würde, wenn nemlich einer unserer wohl besorsteten Bergeder Ararat gewesen wäre."
„Ich komme, um die Bedingungen unserer Brüderschaft zuüberbrinzen und einen Versuch zu machen, ob es mir nicht gelingt,die Irregeleiteten in Dürkheim zu ihrer Annahme zu vermögen.Die frommen Aebte und die hochwürdigen Väter in Gott, dieBischöfe von Speicr und WormS, welche jetzt in letzterer Stadtversammelt sind, haben mir erlaubt, der Bote ihrer Vorschläge zuseyn — ein Amt, welches ich nachgesucht habe, damit nicht etwaein Anderer in dem Wunsche, Drohungen geltend zu machen, ver-gesse, den Einstuß der Bitte zu versuchen."
„Gott segne Dich dafür; Du hast daran, wie es bei Dir stetsder Fall ist, sehr wohl gethan, vortrefflicher Arnolph. Drohungensind bei uns Dürkheimern ungefähr ebenso am Orte, wie dasWeihwasser in unserem Rheinweine, die beide recht wohl je zu ihrengesonderten Zwecken taugen; doch wer sich nicht treiben läßt, muß