Begraben. O was streitet im Herzen mir?
Geheimes Wort, erdrückest, erdrückst du mich?
Und darf ausreden meine Zunge,
Was sich im Busen mir fluchend walzet?
Du säumst, der Gottheit Sprecher? und fühlestnicht
Den hcilgen Pfeil, der dich zu enthüllen zwingtDie schreckliche, die süße WahrheitUeber der Äsche der Abgeschiednen:
„Hier liegen Holl' und Himmel, im en-gen Rau m
Vermischt beysammen." Neben dem Unkraut
schlaft
Der Weizen; unter dicken DornenKeimen die Lilien künstgen Frühlings.
O schöne Jahrszcit, wenn sie erwachen, wenn
Was hier in Hoffnung keimet, zur Blüthe sproßt.Du Bett der Nuhnden, milde Erde,
Triefend vom Thaue der bcßren Welt einst,
Wenn auferwacht, weH hier in Erwartung schlaft,
Ecsat in TKranen, reifeich der Herrlichkeit;
Und überglanzt die Sonn' und alleGlanzende Sterne mit innrer Würde.
Und neben ihm ein Dunkel der Holle, wo
Die Nacht herberget! Schatze des Zornes sindHier auch begraben, wo der starreFreveler reifet zum zweyten Tode.