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Lyrische Gedichte.
Die Urne des Minos.
Dem Richtcrstuhle bleibe der Zweykampf fern,
Wo gegen Gold mit Eisen der Richter kämpft;
Wie oft erlag sein schwacher Stahl schonJener gefürchteten gvldnen Schneide!
Mein Sphynx spricht Heller. Ferne dem Richter-stuhl scy
Verkauf der Stimmen, schmählicher Gunstverkauf.Den höchsten ungerechten Richter
Straft' und verbannete einst die Scherbe.
Pech sind Geschenke. Keine gewaschne Hand
Berühre sie. Der goldne Becher glänztAuf jenes feilen Richters Tafel
Ihm zur Verdammung. In Ruhme glänzet
Das kleine Salzfaß, das des gerechten Manns
Beherzte Armuth preiset. — Wohin im StreitNach eigenem Gewicht die WaageSinket, da sinke sie hin dem Auge
Dcr, die sie hält, der sehn den Gerechtigkeit! —
Dann ruh das Meer des wüthenden WcllenstreitsIn seinen Ufern. Viele Klagen
Hat es verschlungen der armen Wittwen,
Der Waisen, deren Segel hinunterfuhr
Im Schiffbruch. — Richter! werde des Streites
Arzt,
Erforsche tief der Krankheit Quelle,
Ocffnc die Ader der Patienten.