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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 14 (1821) Terpsichore
Entstehung
Seite
39
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Lyrische Gedichte. 89

Seufzend ergriff ich die Leier und vor'm Altäre des

Phöbus

Weiht' ich ihm Thranen und Bitten und Wün-sche.

Siehe; da ging an der helleren Wand ein goldener

Griffel

Vor und zeichnete. Wie sich die TöneAenderten meines Gesangs, so wandte der goldene

Pfeil sich,

Aenderte schnell die Gestalt und den Umriß.

Also bewegt die lebendige -Nadel zum winkenden Pol

sich;

Also bewegt sich im Lichte der Schatten >

Und dem Staunenden stand Apollo vor Augen.

Der goldne

Köcher erklang und die goldne Harfe.

Freundlich sprach er zu mir:Du wünschtest Farben

zu mischen;

Und verkennest die Kraft des Gesanges?

Mahlet die Dichtkunst nicht? und grabt sie tiefere

Züge,

Holde Züge nicht ein in die Herzen?

Daß in Worten sie leben, und wiederkommen dem

Auge,

Und in Gedanken Dir vor der Stirn stehn?Auf! verbanne die Furcht! Dich soll ein Wunder

begleiten;

Mahl' in Tönen, und Jene GestaltungWird dir folgen. (Er wies auf die Wand.) Zumersten Versuche

Wähl' ein niedres, verworfenes Bild

dir."