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„HatWeucha heute von der Milch der Lang-Messer getrunken?"
„Wagh!" — rief der bestürzte Wilde, welchen die Frage plötz-lich aus seiner Dumpfheit schüttelte, und vom Himmel auf dieErde zurückbrachte.
„Es ist mir," fuhr der Alte fort, „weil der große Anführerseines Volks, welcher an der Spitze reitet, eine Kuh hat, welchenie trocken steht. Ich bin gewiß, es vergehen keine zwei Minu-ten, so wird er rufen: Sind keine meiner Brüder durstig?"
Kaum waren die Worte heraus, als schon Wcncha auf unddavon war, um nicht der Letzte zu sein, und sich Hem dunkeln,langsamer reitenden Trupp vor ihm anschloß. Der Jäger aber,dem es nicht unbewußt war, wie schnell wandelbar das Gemüthdes Wilden ist, verlor keinen Augenblick, seinen Vorthcil zu be-nutzen. Er ließ die Zügel schießen, und war sogleich wieder beimDoktor.
„Seht Ihr," sagte er, „den funkelnden Stern dort, ungefährvier Flinten hoch über dem Horizont der Prairie, hier herum,nach Norden?"
„Ja doch, in der Constellation. . . ."
„Geht mir mit Euren Stellatiouen, und sagt mir auf gutenglisch, mit Ja oder Nein, seht Ihr den Stern, den ich meine?"„Ja."
„Nun, so Hort weiter. Im Augenblick, wo ich Euch denRücken kehre, haltet Euren Esel an, bis Euch die Wilden aus denAugen sind. Dann überlaßt Euch der Gnade Gottes, und der Leitungdes Sterns. Weicht weder zur Rechten noch zur Linke», verliertkeinen Augenblick; Ihr wißt, Euer Thier ist keines von den Fleißig-sten, und jeder Zollbreit der Prairie, den Ihr hinter Euch laßt,ist ein Gewinn für Eure Freiheit und für Euer Leben."
Ohne die Frage abzuwarten, die der Naturforscher schon aufder Zunge hatte, jagte der alte Waidmann davon, und war ineinem Augenblick mitten unter den Reitern in der Fronte.