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Theater.
wieder welk und farblos wird, wenn der Herbst kommt,braucht uns nicht zu kümmern, ebensowenig', dass wirschon einmal früher Frühling gehabt haben. — Dasist eben der ewige Kreislauf der Dinge, dass es immerwieder Frühling werden muss — und das begreifteben Lewinsky nicht, weil er schon seinen Frühlinggehabt hat; und wenn er von den beiden „gewaltigenStrömen“, der Weimarer und Hamburger Schule, spricht,so kommt er mir so vor, als wenn ein Professor derPhysik heute einige Errungenschaften der Alchymieals bahnbrechende Grundsätze der Chemie verkündenwürde. — Er möge doch gefälligst daran denken, [wiebahnbrechend er selbst vor dreissig Jahren gewirkthat, als er als Franz Moor auftrat und dieser Holleneue Züge abgewann und sie aus 4er Starre einerdurch die Tradition geheiligten Schablone herausriss.Damals kümmerte er sich den Teufel um die Weimarerund Hamburger Schule und suchte nur im Stürmenseines jugendlichen Blutes seine eigenen Pfade auf, dieer mit frischem Muthe ging. Und diese eigenen Pfadeging von je jedes echte Genie, jedes grosse Talent —das Schlimme daran war nur, dass diese Grossen soge-nannte Schule machten, dass man ihnen abguckte wiesie sich räuspern und wie sie spucken, dass ein künst-lerisches Gesetz wurde, was eine grosse Natur für sichempfand.' Wir aber wollen keine Kunstgesetze, wirwollen die freie Entfaltung der Individualität; wirwollen "nicht mehr so spielen müssen, weil der grosseN. einmal so gespielt hat, wir wollen jeder für sichauf seine eigene Weise unsere Blicke in die Naturthun, und" das für uns aus ihr herausholen, was sichunseren Blicken enthüllt, wir wollen nicht effectvolleScenen mehr spielen, sondern ganze Charaktere mitdem ganzen Conglomerat von Ober-, Unter- und Neben-eigenschaften, die ihnen anhängen; wir wollen nichtewig die alte Jamben-Tretmühle treten oder im