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Theater.
„Aber ein grosser, ein ausserordentlicher Dichter!Und sehr schwer, unendlich schwer zu spielen, weilgerade das Wichtigste oft nicht gesagt wird, sondernhinter und unter den Sätzen steckt. Man muss gleichsamzwischen den Zeilen spielen.“
„Nun denken Sie erst unsere Schauspieler, diekaum vier bis fünf Proben haben . . .“
„Wir haben auch nicht mehr. Höchstens sechs!Aber das ist schon nur bei ganz besonders schwierigenund umständlichen Novitäten. Sonst drei, vier, auchbloss zwei.“
Ich bin verblüfft. „Aber das — das ist ja nichtmöglich! Man hat uns doch Ihre ganze Kunst, daseigentliche Geheimniss Ihres unglaublichen Realismusaus der grossen Zahl von Proben erklärt . . .“
„Da hat man sich eben sehr getäuscht! Wie gesagt:drei, vier Proben, ausnahmsweise einmal fünf, höchstenssechs! Und dabei dürfen Sie nicht glauben, dass unsereLeute etwa besonders auf einander eingespielt sind!Unser Contract dauert ein Jahr, von Fasching zuFasching. Nach dem Fasching geht die ganze Truppeauseinander und den nächsten Tag probiren wir schonmit neuen Leuten. Aber auch da sind drei, vierProben genug.“
Da wir gehen, fällt mir auf, wie doch selbst inder Art, den Mantel zu nehmen, Jeder seiner besonderenNatur folgt. Der Maler Beraton, der ihn zeichnet,stösst in den gelben Rock mit der ganzen Gier seines'ungestümen und hastigen Temperaments. Aber Andosinkt weich und behaglich in den glatten runden Sack,wie Einer, der sicli gern vom Leben kosen und ver-hätscheln lässt.