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erfahren. Und es war Wien, das ihn und die Düseerst für Europa entdeckte. So ist er mit Wien, Wienmit ihm verbunden.
Im Keller von St. Stefan. Er sitzt mit EnricoMazzanti, dem „Intriguanten“ der Gesellschaft, dergestern den Vater der Denise gab. Er hat jenegeschmeidige Höflichkeit der Romanen, die ein bisschennatürliche Anmuth, ein bisschen gemacht und haupt-sächlich das eitle Behagen, zu gefallen, zu gewinnen,die Freude an der eigenen Wirkung ist; sie machenauch Männern den Hof, was unserer Faulheit zuumständlich ist, wenn wir Jemanden nicht geradebrauchen.
Man würde ihn, wenn man ihn an einer table d’höteirgendwo träfe, so für einen nonchalanten Aristokratenhalten, der, bis er in der Diplomatie oder in einerreichen Ehe untergebracht sein wird, lustig und unge-bunden flanirt. Eine von jenen, den Dichtern sehrbequemen und sympathischen Figuren, die nichts zuthun haben als zu lieben, sich lieben zu lassen unddazwischen einige geistreiche Glossen zu sprechen.Der schöne Mann, der fesche Kerl, der unwidersteh-liche Liebling der Frauen, der sein Glück auch weissund nützt — der richtige Casal des Bourget’schenRomanes, nur in einer südlicheren, farbigeren Note.Ein ganz klein wenig geziert, wie wir die Natürlichkeitder Romanen immer empfinden, weil sie ein paarGrade über unserer Gewöhnlichkeit und auf Schönheitbedacht ist. Vielleicht mag gerade darum, weil ihreNatur theatralischer wirkt, ihr Theater so natürlichwirken.
Und gleich sind wir mitten im Gespräche. Er hatdas hastige Tempo seiner Race, die sich ganz an denMoment verliert: die Gabel, auf die er eben ein fettessaftiges Stück gesteckt, ist vergessen und dient nurnoch als Requisit seiner Rede, um diese desto deutlicher,