M a 1 c r o i.
„Ja freilich! Gerade — wie ich schon hin! . . .Aber junge Leute brauchen wir. Junge Leute müsstenwir haben. Wirkliche junge Leute, wie es in Münchenund in Paris gibt. Da fehlt es. Mit dem Publikumist es gar nicht so schlimm, wie man timt, und mitden verlästerten „Alten“ auch nicht. Die ältesten,,Alten“ sind bei uns die „Jungen“. Das ist unserbesonderes Pech. Die muss man hören! Nur umGotteswillen nichts Neues und nur um Gotteswillenkeine Ausländer, damit nur um Gotteswillen die Leutenicht den Geschmack verändern, und nur immer schönim alten Schlendrian weiter, heute wie gestern, morgenwie heut! Sie haben eine unbeschreibliche Angst, dassdie Schablone ein Loch kriegen könnte. Und überhauptnicht erst viel reden und keine langen Geschichtenmachen mit der Kunst — nett und verträglich undein guter Gesellschafter sein und nur keinen Scandal —das heisst: nur nichts Eigenes, nichts Persönliches,sondern schön langsam immer die alte Leier fort,wie es immer war! Ja, da kann man es dem Publikumdann wirklich nicht verdenken, wenn ihm mit der Zeitdie Geschichte zu fad wird und es schliesslich von derganzen Malerei überhaupt nichts mehr wissen will.Die Jungen sind schuld, weil nirgends ein Leben ist,keine Bewegung, kein Schwung!“
„Recht hübsch und erfreulich schildern Sie IhreCollegen — das muss man sagen!“
„Na, mein Gott, wissen Sie — so schlimm ist esja nicht gemeint. Sie kennen mich doch, dass ichgern ein bisschen stark auftrage! Aber sagen Sieselber: wie soll sich denn da noch Jemand für Eineninteressiren, wenn immer nur das Alte unverändertwiederholt wird? Die Leute haben ja ganz Recht,wenn ihnen das endlich zu dumm wird, und die Malerdürfen sich nicht beklagen, weil sie selber schuld sind.“„Aber was tliun?“