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Studien zur Kritik der Moderne
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Bildende Kunst in Oesterreicli.

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und die Kritik, und die Künstler selber am aller-meisten.

Ich verlange vom Staate kein gewaltsames Wunder.Ich weiss, er kann auch nicht hexen. Ich bin nichtvon Jenen, die gleich in jeder Noth nach seiner Hilferufen. Wo nichts ist, vermag seine künstliche Zuchtnichts. Das mürrische Wort des Arno Holz behält amEnde Hecht, dass die Kunst vom Staate nichts braucht,als was Diogenes von Alexander: Geh mir aus derSonne!

Der Staat kann keinen Dichter erzeugen; alleemsige Dressur mit Stipendien, Prämien, Preisen nütztnichts. Aber er soll nur wenigstens sorgen, dass manlesen kann. Die Dichter müssen von selber kommen.Aber er soll sorgen, dass sie nicht unter Analphabetengerathen. Talente kann er nicht schaffen. Aber ersoll für die Bedingungen sorgen, dass sie zu wirkenvermögen. Das ist sein Beruf, eine für die Kunstempfängliche Cultur zu bilden. Das allein brauchendie Dichter von ihm. Das brauchen die Maler.

Es fehlt an der Liebe zur bildenden Kunst, weiles an ihrem Verständnisse fehlt. Niemand hat rechtgelernt, Farben und Formen zu fühlen. Niemand weisszu sehen. Niemand hat erzogene Augen. Hier istdie Pflicht des Staates.

In Frankreich hat jedes Nest von dreissig-, vierzig-tausend Bewohnern seine Galerie. Sie gehört der Stadtund wird von der Gemeinde verwaltet. Der Staatschickt jedes Jahr Geschenke, die er im «salon» kauft.Sie ist ganz bescheiden, fünf, sechs schmale Säle: diealte Malerei der Italiener, Spanier, Holländer, Deutschenin anständigen Copien, dann die letzten hundert Jahreder französischen Entwicklung in Originalen, endlichein Winkel der localen Kunst. Meisterwerke sind esnicht. Aber die Wandlungen des Geistes und derTechnik werden gerade an diesen Schularbeiten deutlich,