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Studien zur Kritik der Moderne
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Bildende Kunst in Oesterreich.

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liier eigentlich keine bildende Kunst gibt. Es gibtKünstler, es gibt einzelne Werke, es gibt auch wohlmanchmal Liebe und Verständniss von Farben undFormen. Aber eine öffentliche Angelegenheit ist diebildende Kunst hier nicht, und sie ist kein allgemeinesBediirfniss. Man gibt sie jeder Laune preis. Wen esfreut, der mag sie treiben. Aber es gehört nicht zurnothwendigen Bildung. Vom Theater muss Einerwissen, wenn er sich nicht blamiren will, und mussAntheil wenigstens heucheln. Aber alle Feinheit undWürde der Malerei mag er verkennen. Im Repertoireder Comedie Francaise ist er fest, und die wichtigerenLiebhaber der grossen Sarah weiss er genau, deutlicherals die Reihe der deutschen Kaiser. Aber man sprecheihm von den Grössten der ausländischen Malerei, vonMoreau, Besnard, Boldini, Whistler, Khnopf, Zorn, umdie sonst in allen Städten ein heftiger Streit derMeinungen ist, und er wird verwundert, doch ohneScham gestehen, dass er nicht einmal die Namen kennt.Man darf Malerei verachten. Ihre Liebe ist hier keinePflicht.

Die Folgen sind klar. Ich meine nicht nur dieFolgen für den Geist, und wie schimpflich es ist, inder Arbeit' um die Cultur hinter allen anderen Staatenzu sein. Ich meine auch die ökonomischen Folgen.Man hat kein Gefühl für die Malerei: darum hat manfür sie auch kein Geld. Weil man Bilder nicht liebt,kauft man auch keine. Wien ist kein Markt. Diefremden Künstler schicken uns nichts, weil es keinenSinn hat. Die eigenen wenden sich zur Industrie vonFächern und Trommeln, oder wer zähe und unbeugsamist, verzichtet nach vieler Noth und geht fort. Eswird bald nur noch in Paris und München öster-reichische Maler geben. In einer Ecke neben demInteresse, ungepflegt und verwildert, kann die Kunstnicht gedeihen. Ohne Begeisterung um sich verdorrt