Male risch.
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wollte, wie es die Pariser Jury von 1793 als ihrePflicht verkünden liess. Sie war Philosophie, mächtigeGedanken und die menschlichen Bäthsel suchend. Siewurde Anekdote, mit Geist, Witz und Spott. Siewurde Photographie, den treuen Schein des Lehens zugestalten. Jetzt hat sie sich endlich besonnen, kehrtin sich und will jetzt nichts anderes mehr sein, alswas sie heisst: Malerei, Lust und Leid, Bausch undZauber, Orgie und Magie von Farben.
Das ist der geheime Sinn, der letzte Trieb derungestümen Neuerung, die eine Zeit Impressionismus,Luminismus hiess und jetzt Symbolismus, Neuidealis-mus heisst und immer nur das gleiche will: alleBeize der Farbe fangen, in Luft und Licht und allenStimmen der Palette schwelgen, endlich wieder malen.Sie ist gar nicht neu. So haben die grossen Meisterimmer gemalt, und gegen den blinden Winckelmann,dem nur die „edle Contur“ in seinem Wahne der ver-kannten Griechen galt, schrieb der kluge Herder: „ImUnterschiede von der einheitlichen Harmonie der Formin der Plastik hat die Malerei ihre harmonische Einheit
in Kolorit und Beleuchtung. Dies geistige
Lichtmeer der Gottheit, diese Zauberwelt der Haltungist Sache der Malerei, warum wollen wir der Naturwiderstreben und nicht jede Kunst tliun lassen, wassie allein und am besten thun kann.“ Und man brauchtja doch bloss auf Turner und Tiepolo, Goya oderWatteau, Bubens oder Tizian zu schauen, um in jederZeit den gleichen Sinn der Malerei zu treffen. DieMaler wollen Farbe: Saft, Schwung und Brunst derFarbe; bunten Beiz. Dass die Farbe schliesslichGestalten gibt, die sich deuten lassen, ändert nichts.Sie sind nur die Träger der Farbe. Die Farbe herrscht, wieim Gobelin, wie im Teppich. Das ist im Wesen der Malerei,d as nur unter der Despotie des Kartons eine Weile vergessenwar, hundert Jahre, die nicht malten, sondern färbten.