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Litteratur.
berauschen. Denn er liebt immer noch. Er liebt insich die sanften, stillen Triebe nach dem Guten, nachdem Schönen. Die sind köstlich. Er möchte sie nichtmissen. Freilich täuschen auch sie, er weiss es schon,weil Alles nur Schein ist, dans ce r&ve d’une beure quiest la vie, eilig entgleitender Betrug der Sinne. Aberihr Schein ist schön und schmeichelt lieblich, und darumliebt er ihre Täuschung. Um jeden Preis möchte ersie bewahren; sonst könnte er nicht mehr leben. Sievertreiben den tiefen Schmerz mit holden Spielen, dernur eine leichte, ein bisschen blasirte Wehmuth hinter-lässt, jenen ennui commun a tonte cröature bien n6e, wiedie Sängerin des Heptameron sagt, das braune Gretchenvon Angouleme. Das Gute in sich bestärken, dieIllusionen, wenn sie auch freilich keine Wahrheit sind,mit Sorge pflegen und fleissig Enthusiasmen sammeln,wo immer es nur geht, — dahin treibt seine Stimmung.Es ist eine gewollte, philosophisch erzwungeneFreude,an der man freilich manchmal die Anstrengung merkt:darum ist es eine joie triste — er liebt dieses Wort;und einmal fügt er hinzu: «El cela est plus qunne joiejoyeuse». Darin ist seine ganze Weise, sein ganzer Ton.
Das ist vielleicht ein bisschen inconsequent. Eindeutscher Philosoph würde den unschlüssigen Zaudererbedauern. Eigentlich müsste er schon ganz in denPyrrhonismus hinein, irgendwo auf einer einsamenSäule, in der dürren Wüste, verächtlich den Rückengegen das Leben gekehrt und in seine träumendeSeele versunken. Das wagt er nicht. Er hat keinTalent zum büssenden Eremiten. «J’ai eu peur de ces
deux mots d’une sterilite formidable: je doute.» Es könnteihm die Lust an seinen Gefühlen verderben. An diesenwill er nicht deuteln. Sie sind ihm angenehm undschaffen manche lange Freude. Das ist genug.
Ein lustiger Widerspruch, aber der gar nicht soselten ist. Er hat ihn selbst einmal an Leconte de Lisle