„Warum steuerte er nicht auf die Bucht zu, von der er ge-sprochen hat? Warum hat er uns hieher gebracht, todt windwärtsvon diesem Borsprung, und auf einen Fleck, wo die Brandungennnr die Hälfte der gewöhnlichen Weite haben, als ob er sich nichtgenug beeilen könne, um Alles an Bord zu ersäufen?"
„Ich lief, gerade weil an dieser Stelle die Brandungen soschmal sind, gegen das Vorgebirge," antwortete Jasper sanft, ob-gleich ihm bei diesen Worten seines Gegners die Kehle schwoll.
„Wollt Ihr einem alten Seemann, wie ich bin, weist machen,daß der Kutter sich in diesen Brandungen halten könne?"
' „Nicht doch, Herr. Ich glaube, er würde sich füllen undsinken, wenn er in ihre erste Linie gelangte. Sicherlich würde erdas Ufer nicht auf seinem Ziele erreichen, wenn er einmal drinnenwäre. Ich hoffe übrigens, ihn gegen alles das klar zu halten."
„Mit der Abtrift einer Schiffslänge in der Minute?"
„Die Anker haben noch nicht in den Grund gebissen. Auchhoffe ich nicht einmal, daß sie das Fahrzeug ganz anhalten können."
„Ans was verlaßt Ihr Euch denn? Soll vielleicht Glaube,Hoffnung und Liebe das Fahrzeug vorn und hinten ankerfestmachen?"
„Nein, Herr, ich verlasse mich auf den Unterschlepper. Ichhielt deshalb auf das Vorgebirge ab, weil ich weiß, daß er andieser Stelle stärker ist, als an andern Orte», und weil wir dadurchnäher an das Land kommen, ohne in die Brandungen einzntreten."
Jasper sprach diese Worte mit Kraft, ohne jedoch irgend eineEmpfindlichkeit blicken zu lassen. Auch machten sie einen augen-scheinlichen Eindruck auf Cap, bei welchem das Gefühl der Ueber-raschnng sichtlich die Oberhand gewann.
„Nnterschlepper?" wiederholte er, „wer Teufel hat je gehört,daß ein Fahrzeug durch einen Unterschlepper vom Stranden abge-halten wurde?"
„Vielleicht kömmt so etwas auf dem Meere nie vor, Herr,"