zur Adrastea. 643
wollte aber Streitigkeiten Hinwegthun, daß sich dieMenschen ihrer enthalten, aus innerer Liebe und Ach-tung zu einander.
Man glaubt Republikanische Form der Regie-rung könne ein Volk groß und glücklich machen.Aber in keiner Bauordnung kann ein gutes Gebäudevon schlechten Materialien ausgeführt werden; keineForm von Regierung kann einen Staat glücklichmachen bey schlechten Untcrthanen.
Ohne Prinzipien der Religion aber sind Men-schen kein Material für eine Gesellschaft, vielwenigecfür eine Republik. Religion ist das vereinigendeCentrum. Religion ist der Cement, der die verschie-densten Theile des Staatskörpers bindet. So dachtenalle weise Männer zu allen Zeiten; — und dachtensie recht, so ist jede andre Mcynung falsch.
Um die Menschen vom Untergang zu retten,sandte Jupiter den Merkur mit dem Befehl:Schaam und Gerechtigkeit unter ihnen einzu-führen, als die festesten Bande der Gesellschaft, (äsleZik. lUato. 1 . L. w. kroMAor). Werke der Ge-setzgebung nennt Plato göttliche Werke.
Die Meynungen der meisten (in Kutschen oderzu Fuß) sind Vorurtheile. Ist eine Mcynung nütz-lich der Menschheit und dem Staat, so genug;Nutzen und Wahrheit muß man nicht trennen.
Der größte Theil von denen, die Vorurtheileverbannen wollten, würden ihren Verlust am meistenfühlen. Erbärmlich wären sie dran, wenn ohne alle