3. Alles, was zur thätiqen Philosophieder Nationalbildung und Glückseligkeit gehört, ist derletzte und höchste Zweck der Akademie; von welcheralw auch nichts ausgeschlossen wird, was dazu die-net. Jede heilere Wahrheit, die schädliche Vorur-lheile und böse Gewohnheiten aufhebt oder vermin-dert; jeder praktische Versuch und Vorschlag zur bes-sern Erziehung der Fürsten, des Adels, des Sand-mannes und Bürgers; leichtere und bessere Einrich-tungen in allen öffentlichen Anstalten, in Handha-bung der Gerechtigkeit, im Umga-iae der Stande ge-gen einander- in Einrichtung der Kirchen und Schu-len , in einer vernünftigen StaacSwirchfchafc undmenschlichen Staatsweisheit, werden Gegenstände desNachdenkens, der Ueberlcgunq und Erfahrung derAkademie werden. Denn niemand kann es laugnen,daß in unserm Vaterlande hie und da noch Vocnr-theile und Thorheiten gelten, die in benachbartenLandern öffentlich dafür erkannt sind, und auch beyuns von jedem vernünftigen Herren und Umerthandafür erkannt werden. Niemand kann cs iäugnen,daß die Theilung in viele Staaten, Sekten und Re-ligionen den allgemeinen Menschenverstand, die all-gemeine Klugheit und Billigkeit aufhalte, deren Grund-sätze in andern Ländern längst zu einem sittlichenund politischen Kalkül gebracht sind, an welchem Nie-mand mehr zweifelt. Diese Grundsätze auch für unsimmer Mehr ins Licht zu setzen, sie auf einzelne Fälleund Erfahrungen anzuwcnden, Ungerechtigkeiten undBarbareyen entgegen zu arbeiten, die jeder FremdeMit Lächeln oder mit Verachtung flehet, dagegen demLicht der Wahrheit Wege zu bahnen, däs sich allent-halben selbst lautert, und Mit der Zeit als Wahr-
Kk 2