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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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Nachlese

des alten Herkommens boshafte Pasquille und La-sierungen gegen ihn schmiede.

§. 3 .

Schon unsre Sprache allein, sie möge alsein gel.hrtes oder politisches Werkzeug angesehen wer-den , verdient einen Bereinigungspunkt ihrer verschie-denen Provinzen, der ihnen sammtlich eine neueTriebfeder zur Kultur dieses unentbehrlichen Werk-zeuges würde. Unsre Nation kann sich rühmen,daß sie von den ältesten Zeiten an, die wir kennen,ihre Sprache unvcrmischk mit andern erhalten habe,so wie sie auch selbst unüberwunden von andern Völ-kern geblieben, und mit ihren Wanderungen viel-mehr auch ihre Sprache weit umher in Europa an-gepflanzt hat. Es ist also billig, daß diese Sprachenicht nur daure, so lange die Nation dauret, son-dern sich auch aufklare, kaukre und befestige, wie sichdie Nation in ihrer Verfassung befestiget und auf-klark. Unglaublich viel tragt eine gelauterte, durchRegeln bestimmte Sprache zur festen, bestimmtenDenkart einer Nation bcy; denn cs ist ein Zeichen,daß wir uns selbst gering achten, so lange wir unsgegen uns und gegen andre Nationen unsrer Spra-che schämen. Die Geschichte zeigt, daß alle herr-schende Völker der Weltperioden nicht durch Waffenallein, sondern vielmehr durch Verstand, Kunst unddurch eine ausgebildetere Sprache, über andre Völ-ker oft Jahrtausende hin gcherrfchet haben, ja daß,selbst wenn ihre politische Macht verfallen war, dasausgcbildete Werkzeug ihrer Gedanken und Einrich-tungen andrer Nationen als ein Vorbild und Hcilig-thum Werth geblieben. Die griechische, lateinische