Nachlese
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Ein Beyspicl davon giebt die mittlere europäische,insonderheit die deutsche Geschichte. An Mannigfal-tigkeit und Kraft hnt cs unsrer Nation von jehernicht gefehlet. Von jenen Zeiten an, da Deutsch-land ein Tummelplatz von Stammen und ziehendenVölkern war, durch alle Jahrhunderte hin, da ein-zelne Gebiete und Provinzen kämpften, stritten, ar-beiteten , strebten und erfanden, bis vielleicht selbstauf unsre Zeit, war unser Vaterland ein Staats-körper, der seine eignen Kräfte nicht immer kannte,sie also auch nicht zu Einem gemeinschaftlichen Zweckmit gehaltener Vestigkeit anwenden konnte, ja viel-mals zu falschen und fremden Zwecken, gegen sichselbst mißbrauchte. Es ist also wohl kein Zweifel,daß, jemehr isicht in diesen ungeheuren Wald mensch-licher Bemühungen kommt, je mehrere Helle Köpfeund thätige Hände sich zu dem Einen großen End-zweck, der Na t i o n a l - W o b! fa h r t, verstehenund verbinden lernen: desto mehrere Festigkeit, Drd-nunq und gesetzmäßige Freiheit muß der Staat voninnen, desto mehr bestimmte Macht, Würde undWeisheit muß er in seinen Wirkungen von außengewinnen; und in beyden Fallen wird er dem höch-sten Vorbilde einer belebten Maschine, dem mensch-lichen Körper selbst, nacheifern, in dessen sammtli-chen Gliedern nur Eine gemeinschaftliche Seele lebet.Nach unsrer deutschen Verfassung sind also alle Be-mühungen ruhmwürdig, die nicht nur Licht zu ver-breiten, sondern auch Licht zu vereinigen suchen, daßEine gemeinschaftliche Flamme werde. Alle Bemü-hungen, die dahin zwecken, daß die sammtlichen Völ-ker und Provinzen Deutschlands sich in ihren bestenKöpfen, in ihren thätigstcu Gliedern einander kennen,