Homer und Ossian. 437
noch zu suchen, zu finden, zu erörtern, zu wünschen,zu hoffen haben. Hoffe man nur, was wir noth-wendig uns selbst geben müssen, nicht aus Island.Gespielt ist gnug mit dieser Mythologie; zum Ernste!
Möge dann auch mit dem neuen Jahrhundertdieser Literatur ein kritischer Morgen angebrochen seyn,Schlötzers*) und Adelungs**) Zweifel übersie sind nicht zu verachten.
Und wie brache dieser Morgen an? Mich dünkt,die Lage der Weltgegenden will es also:
r. Da offenbar die Edda, d. i. das Gemeng-sel poetischer Fragmente und Fabeln, dem man seitResenius folgt, von christlichen Begriffen umschlos-sen ist, auch wohl nicht anders als also hat einge-faßt werden mögen, indem jede Zeit ihren Gesichts-punkt der altern vortraget: so sondrc man vor allemdiese beyde Systeme von einander. Keine Dccyeinig-keit, kein doppeltes Reich der Götter, kein Abendihres Unterganges liege zum Grunde, sondern dieFabel lehre, die als Cosmogonie und Natur-ansicht in der nordischen Sprache selbst liegt: dennsie ist ursprünglich. Wo auch in sie hebraisch-christ-^liche Begriffe hinzugefügt sind, sondre man diese,und wolle nur das N a tu r h eid en thum diesesVölkerftammes kennen, mit der Frage: „wo ent-stand solches? in Norden oder Süden? welche Welt
*) Isländische Literatur und Geschichte. Gött. 1772.
") S. Beckers Erholungen Jahr 1797.