Homer und Ossi an.
vielleicht ist die Ausgabe: woher die Begriffe der al-tern Edda, d. i. der Voluspa, sammt den Fabelnund der ältesten und neueren Sagen genommen seyn?noch nicht aufgelöset. Eine andere Anschaulichkeitgewann die Sache, als zwey deutsche Dichter, Klop-stock und Gerstenberg, die nordische Mytholo-gie auf den Deutschen Parnaß übertrugen *). Baldentstand eine Parthey, die diese Mythologie nichtnur über die griechische setzte, sondern im AngesichtJener dieser beynahe Hohn sprach. Dem Unverdros-senen, der sich in Anpreisung und Exposition diesernordischen Blumen die seltenste Mühe gegeben,Grater ist noch keine Gerechtigkeit widerfahren;fast unbillig ist die Kalte, mit der man seine Samm-lungen aufnahm **).
Wie die Sache liege, ist ziemlich klar. So we-nig die Griechen ihre Mythen für Isländer undDeutsche erfunden oder angewandt haben; so wenigwäre die Edda für sie gewesen. Bey uns, die wirin der Mitte stehn, ist die Frage: was wir aus derund jener Sagenlehre zu machen verstehn? wiewir sie zu gebrauchen vermögen? Nur in derAnwendung findet jede Sage ihren Werth; und da
*) Kl0p st0 ck in seinen Oden, in HermannsSchlacht, Hermanns Lod, Hermannund die F ü r st e n; Gerstenberg in seinemGedicht eines Skalden und in seiner M i-nona. Andre sind ihnen gefolger, unter denensich Karl v. Münchhausen auszeichner.
*') Nordische Blumen; Bragur; BragurundHermode.