424 Homer und Ossian.
eine bessere, zuletzt bis zur feinsten Spekulation her-vorzurufen. Glaubst Du nicht, daß aus V m e r sGebeinen, aus Bure's Söhnen, die Midgarderbauten, aus der Esche des Weltbaums überden Brunnen der Urzeit und aus den drey Jung-frauen unter ihren Zweigen, der Vergangenheit,Gegenwart, und Zukunft Dichtungen gebil-det werden mögen, die dieses Quells der Urzeit Werthsind? Hast Du Heimdalls Lied gehört, desschönen Gottes, der an des Himmels heiligem Blaudie Welt bewacht und ihrem Untergange zuvorkommt?Hast Du vom Brunnen der Weisheit ge-schöpft, in dem des höchsten Gottes Auge glanzet?uno die feine Bildung der nordischen Schutzgöt-tinnen bemerkt, in allem was sie verrichten aufder Erde? Hast Du die Geschichte von des gutenBalders frühem Tode vernommen, und was fürLrauren daraus erwuchs? ja die ganze Zusammen-ordnung der Dinge zwischen dem Guten und Bö-sen, d>m Himmel und der Hela, endlich denAusgang der Dinge, jene schreckliche Abenddäm-merung, auf welche eine verjüngte Welt, ein fröh-licher Morgen folget? Lassen sich daraus nicht Dich-tungen schöpfen, die unsterblich sind, sobald sieIdu-ne ns Apfel berühret?
F. Zeige sie mir.
' A. Das werd' ich Dir nicht.— Aber Dichtungist nicht alles; Du sprachst, Frey, auch gegen dieSitten dieser Männer. Suchst du Key ihnenSitten nach unsrer Weise? bedörfte es einer Reiseins Land der Helden und der Vorzeit, um Weich-