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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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Homer und Os sinn. 4^9

den? Von Kindheit auf wird uns sodann dieIdeenwelt dieser Dichtungen naher und inniger; mitdem Stammwort jeder derselben vernehmen wir so-gleich ihren ersten Begriff und verfolgen ihn in sei-nen Zweigen und Abtheilungen leicht und vernünf-tig. Alles in der Einkleidung Enthaltene dünkt unsglaubhafter, natürlicher; der dichterische Sinn, ei-ner Sprache genialisch eingepragct, scheint mit ihrentstanden, mit ihr gleich ewig.

Frey. Ich wollte, daß keine Dichtungen inder Welt waren! Wir mühen uns mit dem Ge-rüst, und vergessen das Gebäude. In der Kindheit,wie viel Zeit wird auf's Lernen der Mythologie ver-wandt und verschwendet. Vor lauter Hüllen lernenwir den Kern, vor lauter Dichtungen die Wahrheitnicht finden ; an jenen verwohnen wir uns dergestalt,daß wir zuletzt mit den heiligsten Sachen tändeln.Wir wollen immer Hülle, Einkleidung;was sich nicht in einer schönen Gestalt zeigt, istauch nicht wahr; es wird vergessen und verachtet.Selbst der eigne Dichtergeist erliegt unter einer her-gebrachten Mythologie; vielmehr der Sinn, derdie reine Wahrheit sucht, und den man bcy Dich-tungen immer doch in ein Schattenreich alter Perso-nifikationen verweiset.

A. Ich hatte nichts dagegen, wenn wir andersorganisirt waren; nun sind wir aber, was wir sind,Menschen. Unsre Vernunft bildet sich nurdurch Fiktionen. Immerdar suchen und er-schaffen wir uns ein Eins in Vielen und bildenes zu einer Gestalt; daraus werden Begriffe,Ideen, Ideale. Gebrauchen wir sie unrecht,