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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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Homer und Ossi an.

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tönte je eine Ossianische Klage des zurückgebliebenen'Sohnes und Vaters, der verlassenen Braut, des ein-samen Gatten, des verschwindenden Hcldenstammesvergebens? Der Klageton ist dieser Muse so eigen,daß er bis in die Wurzeln der Sprache, in die Ab-leitung und Verkettung ihrer Worte eingedrungen ist;der Klang derselben und die Gesangweise der Liederhat nach allen Berichten denselben Ausdruck.

Ich gebe es zu, daß Ossian mißbraucht werdenkann, nicht nur, wenn man ohne seine Empfindungseine Töne nachfingct, sondern auch, wenn man sei-nen wehmüthigcn Gefühlen sich zu einsam überlaßt,und sich mit erliegender Ohnmacht an seinen Bil-dern, an seinem süßen Wolkentrost labet. Indessengiebts in ihm auch eine so reine Ueberficht der Mensch-heit, in ihren innigsten Verbindungen und Situatio-nen, daß ich diese, wenn ich so sagen darf, rein-men sc h li c h e S t el! c n und Empfindun-gen, wie Perlen gefaßt, sämmtlich komponirt wünsch-te *). Von selbst würde der Gesang hier ein sanfttes Recitativ, dort ein wehmüthiger Ausruf der Em-pfindung, hier eine leidenschaftliche Deklamation,dort wechselnde Stimmen und Ehöre werden, denenman schwerlich sein Ohr und Herz verschließen könn-te. Wer z. B. hat Siegmund SeckendorfsGrabgesang der Darthula Key einem Saitenspiel sin-gen gehört, ohne von dem Anruf:

*) Wir können die Hoffnung geben, daß eine solcheSammlung ausgesuchter Ossianischer Stellen fürdie Composilion bald erscheinen werde.