Homer und Ossi an.
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bcyder Nationen ist anders; das verschiedene Zeital-ter, in welchem Homer und Ossian lebten, nochganz ungerechnet. Was ein Tausend von Jahrenund Meilen von einander trennt, wollt Ihr als einSymplegma zu Einer Form vereinen ?
Schon das unterscheidet Homer von Ossianganz und gar, daß Jener, wenn ich so sagen darf,rein-objectiv, dieser r e in-su b je cti v dich-tet. Jener ist blos ein Erzähler; sein Hexameterschreitet ein - und vielförmig dahin, ohne alle Theil-nehmung, als die ihm der Inhalt auflegt. An die-sem g le i ch g e h a l te n e n Hexameter hastet gleich-sam die ganze Kunst Homers; in ihm tragt er alleLeidenschaften vor, in ihm schildert er alle Gegen-stände und Situationen im Himmel, auf Erden undim Orkus; mit ihm misset er Götter, Helden undMenschen gleichförmig. Aus dem gleich-förmigen Hexameter Homers und aus der ruhi-gen Weisheit, die ihn belebet, entsprang daherjener Styl Griechenlandes, der von dcr heitern Denk-art dieses Volkes zeuget. An ihm bildete Herr-d o t dem Vorträge und Perioden nach seine Ge-schichte ; nach ihm formete sich ein System der Göt-terlehre, der Kunst und Weisheit. — Bey Ossiangeht alles von dcr Harfe der Empfindung,aus dem Gemüth des Sängers aus; um ihnsind seine Hörer versammlet, und er theilt ihnensein Inneres mit. In diese Welt ziehet er siehinein; diese Zauberwelt verbreitet ec rings um sich.Daher die Einleitungen in seine Gesänge, durch wcl-'che er die Seelen der Zuhörer in seinen Ton gleich-sam stimmet und füget. Er mahlet die Gegenstän-de umher, den Ort, die Tages - und Jahrszeit.HerdersW. Lic. u. Kunst. XIl. Bb