?l>2 Früchte aus den sogenannt-
mus in Figuren haben möchte, wie man voreinst,als Bücher selten und lhcuer waren, sich an einerArmenbibel in Holzschnitten begnügte. Für Kin-der mag so etwas gelten, auch an den Fensterschei-ben der Kirche und Klöster waren diese Gcmähldenicht unrecht; willst Du aber, daß der menschlicheGeist ein Kind bleibe, daß das menschliche Herz andeinen gemahlten Ulyssen und Polyphcmen erlechze,daß eine Armcnbibel dieser Art gar Maasstab Ho-mers, Ossians werde, so wisse, Freund Pinsel, fürDeine kindische Graphik hat weder Homer, noch Os-sian gedichtet. Gerade wo der Pinsel Verstummt, undder Stimme nicht folgen kann, d. i. wo die GestaltGeist wird, und durch Ohr und Auge im Herzenwohnet, gerade da wirken und schweben die Geister.Und in Ossian waren keine dergleichen? keine Geister,keine Gestalten? Ware Ossian ein Engländer, langststünde in London eineO ssi an - Galleri e da, OwsLolriUng der Eingang, das Büchlein gratis.
Kein Wunder, daß die Cukdäer gegen Os-stans Gesänge und Geschlecht so erbittert waren.Hier waren keine Götzenbilder, keine Gespenster zubannen, keine Dämonen zu vertreiben; unvertrciblichwohnten die Gestalten in Seelen, in Herzen die Dä-monen. Man lebte und starb auf diese Gesänge undihren Inhalt; bey Männern war an keine Grillen-lhangercy, bey Weiber an kein Wollust-Pfuschen zudenken, wodurch man andern Nationen das Netz an-zuknüpfen wußte. Hier bestand Alles im Gebiet undyi der Form armer, beschränkter, aber reiner Mensch-heit, dem falschen Blendwerk der Sinne wie unzu-SMgbar.