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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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358 Früchte aus den sogenannt-

5.Ach aber , daß uns, da die Alte so abge^nutzt ist, eine Mythologie fehlet!" Wer hat sieabgenutzt, als schlechte Schreiber? und wenn sie ei-nes andern Volks, einer andern Zeit ist, was hat-ten wir an - und mit ihr verlohren? Als Denkbildder Schöpfung, als Nomenklatur charakterisirter We-sen nutzt sich keine wahre, d. i. tiefgcdachte und em-pfundene Mytbologie ab, obgleich Eine uns naherliegt, als die andre. Wer sie in Hederich undPomei, Maltet und Oetinger suchen muß,thut besser, daß er sic gar vergesse und Überschläge.Jedes Volk hat seine Mythologie: denn es hat eineSprache In dieser liegen seine Stammbegriffeund Dichtungen, wie seine Hoffnungen und Wün-sche; lebendige Abdrücke seiner Seelenkräfte und Nei-gungen , die der Lauf der Zeiten vermehret, vermin-dert und vielfach umformt. Außer dem ticfgeprag-ten Eharakter unsrer, einer Ursprache, sind uns auSOst und Nord so viele Myihologieen zugebracht wor-den , daß wir wie Tantals in einem Strom stehen,in dem die schwimmenden Aepfel uns vor den Lip-pen umhcrschweben.

Bedenklichkeiten dieser Art zeigen. wovonanders, als vom Unvermögen des Schreibers? wo-hin auch die über das zu wählende Sylbenmaas ge-hören. Jambus, Hexameter, Stanze; in Eissidesund Paches, im Messias und Oberon zei-gen sie, daß sie nur auf den Wink des Mächtigenwarten. Der Epopee scheint das Sylbenmaas dasangenehmste, das bey der reichsten Mannigfaltigkeitan Abwechselungen den einförmigsten Tritt und Ganghat, mittelst welches es uns wie fortzieht. Unlustig