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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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333 Früchte aus den sogenannt-

wohl die erste Pflicht des SängerS oder Lesers, daßer auf;»hören wisse, ehe uns der sanfte Gott,Schlummer, oder seine Vorgängerin die Lange-weile, überschleichet. Um so mehr ist dies der Fall,wo, wie z. B. bey C a m o e n s, Ercilla, Tasso u. f.ein'Theil des Gedichts historisch, oder wie beyDante, Arioft, Spenser u. f. rein imagina-tiv ist? wer wollte da nicht lieber den Flug derEinbildung zweckmäßig kürzen, oder das Feld der Ge-schichte historisch durchlauft», als daß er das Ziel sei-ner Bemühung episch verfehlen sollte? Nachdem, waswir bey ShakespearS Trauerspielen selbst, geschweigebey jenen langweiligen Romanen der Mittelzciten er-fahren, ists offenbar, daß entweder unser Blut schnel-ler fließe, oder unsre Aufmerksamkeit eher ermüde, alses bey dem langsameren GedankeNzuge und den stär-keren Organen unsrer geduldigem Vorfahren zutreffenmochte. Schonet unsrer Schwachheit also, ihr epi-schen Dichter, und singet uns mit euren neun odervier und zwanzig Musen nicht zu Tode. Fürchterlichist das Gefühl, wenn man bey Trauerspielen UndEpopcen das Ende erwartet, und es immerdar nichtkommt. Durch den mißverstandnen Ausdruck Aristo-teles, daß die Handlung der Epopee eine Größehaben müsse, und durch die Verkettung der Home-rischen Gesänge zu zwey so langen Größen, ist seit-dem viel Schlaf bewirkt, und die Göttin Lange-weile zur epischen Muse ftyerlich cingekleidet worden,da doch Aristoteles erstem Begriff nach die Handlungder Epopee übersehbar, mithin umgrenzt seyn soll-te: Denn wer liebt, wenn er Paradiese sucht, Sibe-rische Steppen oder Afrikanische Wüsten, bey denendas Auge kein Ende, der matte Fuß kein Ziel findet?