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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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318
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Arg Früchte aus den sogen annt-

Lessing an Gleim ^

über

Lieder fürs Volk.

Liebster Freund!

Sie haben mir mit Ihren Liedern für'sVolk eine wahre und große Freude gemacht.

Man hat oft gesagt, wie gut und nolhwcndigcs sey, daß sich der Dichter zu dem Volke hcrablas-se. Auch hat es hier und da ein Dichter zu thuttversucht. Aber noch keinem ist es eingefallen, esauf die Art zu thun, wie Sie es gethan haben: unddoch denke ich, daß diese Ihre Art die vorzüglichste,wo nicht die einzig wahre ist.

Sich zum Volke herablaffen, hat man geglaubt,hieße: gewisse Wahrheiten (und meistens Wahrheitender Religion) so leicht und faßlich vertragen, daß sieder Blödsinnigste aus dem Volke verstehe. DieseHerablassung also hat man lediglich auf den Ver-stand gezogen; und darüber an keine weitere Her-ablassung zu dem Stande gedacht, welche in einerLauschenden Versetzung in die mancherlei Umstandedes Volks besteht. Gleichwohl ist diese letztere Her-ablassung von der Beschaffenheit, daß jene ecsterevon selbst daraus folgt; da hingegen jene erste» oh-ne diese letztere nichts als ein schaales Gewäsch ist,dem alle individuelle Applikation fehlt.

Ihre Vorgänger, mein Freund, haben das Volkbloß, und allein für den schwachdenkendsten Theil