goldncn Zeiten. lliü
oder zwey ausgenommen, von dem Strome hin-reissen.
Du suchst, ganz im Geiste der alten Gesetzge-ber, durch den Einfluß der mit Tonkunst vereinig-ten Poesie, deinem Vaterlands Sitten zu geben.So weit man von den alten Gesängen urtheilnrkann, war ihre Musik einfach, und stimmte vonselbst in Ansehung der Mensur, der Cadencen unddes Accents u. s. w. mit der gewöhnlichen Ausspracheder Wörter überein, ohne je durch Verkürzung langer,oder Verlängerung kurzer Sylben der Sprache Gewaltanzuthun. Singen war bcy ihnen nichts, alseine angenehmere, melodische Art zu sprechen.Ihr Gesang war aller Annehmlichkeit der deklami-renden Prosa fähig, womit er noch das Vergnügender Harmonie verband. Bey einem neuen Gesängehingegen falle» alle diese Eigenschaften und Schön-heiten der gemeinen Rede hinweg, und an derenStelle treten Fehler und kindische Schnirkcl, die fürReize verkauft werden. Da es dir vielleicht Ueber-windung kosten dürste, mir auf mein Wort zu glau-ben, so muß ich einen förmlichen Beweis führen.Hier ist das erste beste Lied, das mir in die Händefällt. Es ist voy der Komposition eines unserergrößten Meister, des unsterblichen H an d e l : undzwar nicht etwa ein jugendlicher Versuch, ehe seinGeschmack gereist war; nein, ec hat es verflrtigt,als er schon den Gipfel seines Ruhms erreicht hat-te. Alle Anhänger dieses Künstlers bewundern cs,und wirklich ist cs auch in seiner Art vortrefflich.Ich meync den berühmten Gesang aus dem Nach-trag zum Judas Maccabaus. Unter den vielen