goldnen Zeiten.
rufen, andre die edle Thaten selbst darstellen; andre,die die zartesten Seiten des Herzens regen; Klagenunglücklicher Mütter z. B., Seufzer einer verlasse-nen Braut, oder endlich die Stimme Treuliebenderauch jenseit des Grabes. Welche Seite dieses In-halts wollen wir wählen? Rohen Aberglauben, wil-den Stolz, sinnliche Brunst, nichtige Thorheit? oderwollen wir die Enden des alten Glaubens imHerzen der Menschen erfassen, um es zu besänfti-gen, zu mildern, für Tugend und Liebe zu erwär-men? Wozu verlieh uns die Muse Lromwet undEither, Harfe und Psalter?
Oder wollen wir gar den Gott herab, das Höl-lenreich hcraufrufen, um zu zeigen, daß wir mit-telst eines einfachen Liedes das Herz umwenden,hciliggeglaubtc Sitten vernichten, der iunernReligion Hohn sprechen können und dürfen?Wenn Alles schweigt und der Schmeichler lobjauch-zct, tritt das erröthende M e n sc h e n g e f ü h l be-schämt hervor, oder wendet sich vielmehr und sprichtmit Abscheu: „Schweig', Entheiliger! Nichts Hei-liges ist in Dir! Aber laß sein Heiliges demVolke. "
Tod alles Schönen und Edlen ists z,u glauben,daß die Kunst Alles, auch das cckelhsst-W i drig-st e gefällig behandeln, und damit Töne des mensch-lichen Herzens verwirren dürfe, ja daß sie in diesemTumult triumphire. Glcichergestalt ists der Musikunanständig, wenn sie einer wirklich gemeinen,d. i. trivialen, ecklen Volks-Poesie mit Saitenspiel,Trommeln und Pfeifen beyanläuft, sie zu erheben,sie zu verschönen. Der rnasstro ist hier ein Knabeworden; der Dichtungsart, die eigentlich ganz